Kommuniktion hat viel Gesichter

Kommunikation- eine ganz einfache Definition

Kommunikation ist der Austausch von Botschaften und Informationen und wie Paul Watzlawik durchaus treffend formuliert hat: „Man kann nicht nicht kommunizieren“. Und das ist genauso zu verstehen wie es da steht. Egal was wir tun oder lassen wir senden immer eine Botschaft, wirklich IMMER! Nur sind wir uns dieser Botschaft häufig gar nicht bewusst.

 

Kommunikation bedeutet für viele erst einmal das gesprochene Wort, dieses wird gehört, interpretiert und einsortiert. Daraus bilden wir uns eine Meinung und schon haben wir ein Menschenbild. Und steht dieses erst einmal fest, ist es nur schwer zu verändern.

 

Was ist aber mit dem Rest, der neben der Sprache passiert? Das Gesicht, unsere Körperhaltung unsere Gesten? 

 

Warum finden wir einen Menschen interessant und trauen uns Ihn anzusprechen? Wegen der Worte oder wegen der Ausstrahlung. Warum sitzen wir in einem Café und schauen uns Leute an?

 

Also sei hier die Frage erlaubt: Wie wichtig ist Sprache tatsächlich?

 

Gedacht

Ist noch nicht gesagt

Gesagt ist noch nicht gehört.

Gehört ist noch nicht verstanden

Verstanden ist noch nicht akzeptiert

Akzeptiert ist noch nicht getan

Getan ist nicht das gleiche wie Gedacht

-Konrad Lorenz-

 

Kommunikation bei besonderen Bedürfnissen

 

In der Pflege arbeiten wir mit vielen verschiedenen Menschen zusammen, denen die verbale Art der Kommunikation nicht mehr möglich ist. Sie können uns zwar hören aber nicht mehr verstehen, also greifen sie auf unsere nonverbale Kommunikation zurück und versuchen zu lesen, was wir anbieten. Und ich glaube dass dies schwer ist. Sind wir doch immer Eile, haben keine Zeit, sind unzufrieden mit der Situation, sind unsicher, haben Angst das wir die Arbeit nicht schaffen.

 

Was wir für eine Botschaft senden wir wohl, auch wenn wir uns um freundliche Worte bemühen? Können wir als Ansprechpartner, Vertrauensperson und Profi unseres Faches gelesen werden?

 

Wie gut passen Sprache, Körperhaltung und Mimik zusammen?

 

Kommunikation bedeutet:

  •           Gemeinsamkeiten herstellen
  •          Gemeinsamkeiten sicher
  •            Teilhabe ermöglichen
  •          Austausch

 Kommunikation ist die Basis jeder Gemeinschaft und für jeden Menschen überlebensnotwendig.

Ohne Kommunikation sind wir Isoliert und sind kein Teil der Gemeinschaft.

 

Das könnte vielleicht helfen

In meinen Unterrichten sprechen wir häufig über einfachste Grundlagen und wenn diese für alle einleuchtend sind, sind wir uns auch häufig einig, dass wir uns genau diese immer wieder ins Gedächtnis rufen müssen. Denn im digitalen Zeitalter verändert sich die Kommunikation. Das ist interessant und spannend, hilft aber im Umgang mit besonderen Personengruppen nur bedingt.

 

Und so selbstverständlich es auch sein mag. Der erste Schritt ist, dass wir die Menschen mit Ihrem Namen ansprechen. Und auch wenn sich da die Geister streiten, ich bin altmodisch und bevorzuge das „Sie“ ob Vor- oder Nachname entscheidet dann der Fortschritt der Erkrankung oder der Wunsch meines Gesprächspartners.

 

Als nächstes, auch das ist kein Geheimnis, aber im Zeitalter von Menschen die den ganzen Tag auf ihre Smartphone starren, sollte man seinen Gesprächspartner anschauen, mit ihm Augenkontakt aufnehmen. Nur so kann ich sehen ob er mich tatsächlich wahrnimmt, aber auch um zu lesen, welche Botschaft er mir übermittelt.

 

Anschließend ist es Zeit die eine Rolle spielt. Ein Atemzug Zeit für mich, für mein Gegenüber das Gesagte zu hören, das gezeigte zu lesen um eine Antwort zu formulieren. Zu entscheiden ob ich eine vertrauenswürdige Kontaktperson bin, die hält was sie verspricht.

 

Kommunikation bzw. die Botschaft die dahinter steckt entscheiden wir selber. Und wenn wir uns hin und wieder mal im Spiegel anschauen und wertfrei betrachten was wir sehen, werden wir wohl überrascht sein, welche Information wir senden ohne dass wir es merken.

 

Herzliche Grüße

 

M. Birck-Merker